STRAUBING (April 2019): Die AfD sucht in Straubing einen anderen Ort für ihren Stammtisch als den „Bayerischen Löwen“. Das geschieht nicht freiwillig. Ausschlaggebend dafür ist ein Brief an die beiden Besitzer Petra Bittner und Julius Rajkai, in dem das Jugendbündnis Straubing „Besorgnis“ über die Treffen äußert.

Es bleibt nicht bei der Besorgnis: Die Verfasser des Briefs – auf dem die Logos der Linksjugend Solid, der Jusos und der Grünen Jugend Straubing abgedruckt sind – kündigen Protest an, sollte der Stammtisch weiter abgehalten werden. Die Jungfaschisten wörtlich:

„Unser Ziel ist explizit nicht, Ihnen als Gastwirt*innen zu schaden, daher möchten wir Sie auch vorher informieren, dass rechtsradikale Veranstaltungen in Zukunft nicht ohne den begleitenden antifaschistischen Protest und demokratische Öffentlichkeit ablaufen werden … Wir halten es für falsch, der AfD in unserer Stadt Entfaltungsmöglichkeiten zu geben und hoffen, dass Sie ihre Zusammenarbeit noch einmal überdenken”, ist in dem Brief zu lesen.

Die Wirtsleute stehen mittendrin im Kreuzfeuer des politischen Grabenkampfes.
„Sie können sich vorstellen, wie geplättet ich war, nachdem ich diesen Brief aufgemacht hatte. Es ist unglaublich, was sich das Jugendbündnis Straubing raus nimmt“, so Petra Bittner im Gespräch mit idowa. Wirtsleute zu einem politischen Statement zu nötigen, das sei schlichtweg unverschämt. Dennoch muss sich die Straubinger AfD jetzt ein anderes Lokal für ihren Stammtisch suchen.

AfD zeigt Verständnis für Verhalten der bedrohten Wirtsleute

Als Gastwirtin widerstrebt es Petra Bittner eigentlich, Gäste ohne Grund vor die Tür zu setzen – „aber wir können nicht anders. Die Leute von der AfD haben auch großes Verständnis für die Entscheidung gezeigt.“ Denn Petra Bittner weiß: Darf die AfD bleiben, wird den Löwen-Wirten von bestimmten Kreisen genau das als politische Aussage ausgelegt. Als Sympathiebekundung für die rechtskonservative Partei. Wie sie es mache, es fühle sich falsch an.

AfD-Politikerin kritisiert Drohgebärden

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga, die auch Kreisverbandsmitglied ist, möchte den Fall öffentlich machen. „Solche Drohgebärden wie der Brief an die Wirtin sind in meinen Augen Nazi-Methoden. (…) Für mich haben solche Aktionen in einer Demokratie jedenfalls keinen Platz,“ erklärt sie gegenüber dem Straubinger Tagblatt.

 

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