Freie Waldorfschule Berlin-Südost. Foto: flickr.com. Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)

Kind von AfD-Abgeordneten darf nicht in Waldorfschule

BERLIN (23.03.2019):  Es gab eine Elternversammlung, eine Befragung der betroffenen Eltern durch rund 20 Lehrer sowie etliche Diskussionen. Am Ende entschied nun eine Waldorfschule in Berlin: Das Kind, um das es bereits vor der etwaigen Einschulung so viele Gespräche und „Ärger” gab, wird nicht aufgenommen. Der Grund: Der Vater des Kindes ist ein Berliner AfD-Abgeordneter. Wie die „Berliner Zeitung” berichtet, teilte der Geschäftsführer des Trägervereins der staatlich anerkannten Privatschule mit:

„Angesichts dieses Konfliktes sieht die Schule keine Möglichkeit, das Kind mit der nötigen Unvoreingenommenheit und Unbefangenheit aufzunehmen – beides sind Grundvoraussetzungen, um die Entwicklung des Kindes angemessen zu fördern.”

„Eine Schule ist wie das Brennglas der Gesellschaft”, sagte dieser „Demokrat” noch weiter und erinnerte daran, dass Eltern an Waldorfschulen besonders aktiv seien, die Kinder zum Beispiel auch auf Fahrten begleiten. Erzieher, Lehrer, Eltern und Oberstufenschüler waren laut Zeitungsbericht monatelang uneins. Am Ende entschied nach Angaben der Schule nicht, wie sonst üblich, ein fünfköpfiges Aufnahmegremium, sondern das gesamte Kollegium aus mehr als drei Lehrerinnen und Lehrern.

Bildungssenatorin sieht Entscheidung „äußerst kritisch“

Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bewertet diese Entscheidung als „äußerst kritisch”, berichtet die „Berliner Zeitung“ weiter. Laut derzeitigem Kenntnisstand sei die Privatschulaufsicht eingeschaltet worden, teilte Scheeres’ Sprecherin Beate Stoffers demnach am Sonntag mit. Diese lasse sich jetzt genau erklären, was hinter der Entscheidung stehe. Diese verstoße womöglich gegen das Antidiskriminierungsgesetz.
Quelle: spiegelonline (23.03.2019)

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