Im Ambulance-Jet reiste der mutmaßliche Clan-Boss ein und wieder aus.

Ein mutmaßliches Clan-Mitglied vom Balkan mit Schussverletzungen hat sich  für eine medizinische Behandlung nach Hannover (Niedersachsen) fliegen lassen. In Montenegro liefern sich zwei Mafiaclans seit mehreren Jahren eine blutige Fehde, bei der es sich um Drogengeschäfte dreht. Die eine Bande soll der anderen 200 Kilo Kokain gestohlen haben, das in Spanien gelagert war. Mindestens 23 Menschen sollen seitdem gewaltsam ums Leben gekommen sein. Auch in Deutschland ist diese „ehrenwerte Gesellschaft“ aktiv. Im Mai 2019 wurden in Brandenburg zwei montenegrinische Clan-Mitglieder hingerichtet.

„Besonderes Schutzbedürfnis“

Der Mann stamme vom Balkan und könne sich ohne Visum befristet in Deutschland aufhalten, wo er nicht wegen Straftaten gesucht wird. Zuvor lag in einem montenegrinischen Krankenhaus und soll 27 Einschüsse in Armen und Beinen haben, berichtet BILD. Innenminister Boris Pistorius bestätigt: „Man ist mit dem Flugzeug hierhergekommen, um sich behandeln zu lassen. Ich kann bestätigen, dass sich in der Medizinischen Hochschule eine Person befindet, für die es nach Angaben des Landeskriminalamtes ein besonderes Schutzbedürfnis gibt“. Und deshalb galt dort die oberste Sicherheitsstufe. Polizisten streiften mit Maschinenpistolen über die Gänge. Die Intensivstation der Klinik glich einem Hochsicherheitstrakt. Inzwischen reiste der Verletze wieder aus.

Schutz um 900.000 Euro für Mafiosi – Kosten trägt Land

Und nachdem beim Schutz von „Schutzbedürftigen“ in Deutschland die Kosten nur eine untergeordnete Rolle spielt, darf der Steuerzahler auch für diesen Herrn kräftig in die Tasche greifen. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und in Begleitung eines Spezialeinsatzkommandos wurde der Mann vom Flughafen Langenhagen in die MHH gebracht. Die Bewachung des mutmaßlichen Clan-Mitglieds an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat fast 900.000 Euro gekostet, so der hannoversche Polizeipräsident Volker Kluwe am Montag in einer Ausschuss-Sondersitzung im Landtag in Hannover. Und wie Innenminister Pistorius sagte, trage das Land die Kosten für den Polizeischutz. Es ging aber auch um den Schutz Unbeteiligter, wie etwa Patienten und Mitarbeiter der Klinik – gelebter Schutz für und vor Schutzbedürftigen im Weltgesundheitsamt Deutschland.

Inzwischen ist man den Patienten wieder los: Per Hubschrauber ging es zum Flughafen von wo ein Ambulance-Jet ihn nach Istanbul ausflog.

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